Ilbesheimer Kalmitwingert

Was verbirgt sich hinter dem Ilbesheimer Kalmitwingert …?

Das erste was einem beim Hören des Namens Ilbesheimer Kalmitwingert einfällt:
„Kalmit“ = Weinberg in einer Kalklage = guter Wein = den muss ich probieren“!

Was bei diesem Weinberg aber besonders ist, man kann den Wein nicht so leicht probieren. Manchmal gibt natürlich im Veranstaltungskalender des Dorfes Ilbesheim Gelegenheiten während denen man den Wein probieren kann. Das ist zum einen das „Kalmitweinfest“ am letzten Wochenende im Juli, bei Weinbergsführungen am Ilbesheimer Kalmitwingert und das ist zum anderen die „Kalmitwingerttafel“, sie findet immer am Pfingstsamstag statt.

Aber gerade die Kalmitwingerttafel ist eine Veranstaltung, die nicht Jedermann besuchen kann. Sie ist speziell für die „Kalmitwingertwinzer“ organisiert. Die „Kalmitwingertwinzer“ sind eine deutschlandweit zusammen-gesetzte Gruppe von Menschen, die gerne einen „eigenen Wein“ genießen. Sie sind Pächter am Ilbesheimer Kalmitwingert. Zur Tafel wird erstmals der Weinjahrgang der vergangenen Lese verkostet und ein Programm gibt es zu dieser Veranstaltung natürlich auch, gewöhnlich von 10.00 Uhr bis ca. 13.00 Uhr dann beginnt das 3-gängige Menü am Kalmitwingert mit gemütlichem Ausklang.

Wer Interesse hat kann einzelne Kontingente von 6 Rebstöcken über die Dauer von 5 Jahren pachten und erhält jährlich sechs Flaschen Wein aus der Sorte Weißburgunder mit dem eigenen Namen auf dem Etikett. Das Pachtjahr läuft immer vom 11.11. eines Jahres bis zum nächsten. Wenn also beispielweise ein Pachtvertrag im Juli 2020 abgeschlossen würde, läuft das erste Pachtjahr vom 11.11.20 bis 10.11.24, das würde bedeuten, die erste Ernte erfolgt dann im Herbst 2021, das ergibt den ersten Wein mit eigenem Namen auf dem Etikett der Flasche aus dem Jahrgang 2021 (der bei der Klamitwingerttafel 2022 präsentiert wird).

Der Wein, den die Pächter genießen können, wächst an der Kleinen Kalmit in einer Südwestlage in der Einzellage Ilbesheimer Kalmit auf einem ganz besonderen Boden. Das Terrain der Kleinen Kalmit – ein Hügel entstanden im Tertiär während der Bildung des Oberrheingrabens ist einmalig in der Pfalz mit Landschneckenkalk, Mergel, Löß und Gehängelehm. Die Bodenbeschaffenheit und die optimalen mikroklimatischen Bedingungen ermöglichen es Weine zu erzeugen, die geprägt sind von der Mineralität ihres Ursprungs.

1997 wurde die Historische Weinbergsanlage im Beisein von Vertretern des 1. FCK auf den Namen „Ilbesheimer Kalmitwingert“ getauft. Taufpate war Andreas Brehme, er wurde begleitet von seinem Spielerkollegen Ratinho und dem damaligen Trainer Otto Rehhagel. Im Herbst des gleichen Jahres wurde die Jungfernernte mit den ersten Pächtern vorgenommen.

Auf rund 2900 m² werden in 19 verschiedenen Erziehungsformen gezeigt wie Wein früher, heute und vielleicht „übermorgen“ kultiviert werden kann. Man sieht dort die Anfänge, wie z. B. die Baum- und Heckenerziehung ebenso wie die Kammerterziehung der Römer, aber auch neue Formen, wie die Umkehr- oder Lyraerziehung. Während einer Führung kann man mehr erfahren. Aber auch im persönlichen Gespräch mit den Ilbesheimer Winzern, die die Anlage übers Jahr pflegen. Im Frühjahr mit dem Rebschnitt wird begonnen, den Weinberg zu bearbeiten. Über das Jahr hinweg werden entsprechende Boden- und Pflegearbeiten im Weinberg von den Ilbesheimern vorgenommen. Außer zur Weinlese, da benötigen die Ilbesheimer die Hilfe der „Kalmitwingertwinzer“.

Je nach Witterung ist die Weinlese schon Mitte September oder aber erst Anfang Oktober. Da können die Ilbesheimer keinen Einfluss nehmen, dass liegt am Jahresverlauf. Und manchmal bedeutet dies, dass zur Weinlese relativ kurzfristig eingeladen wird. Wer von den Kalmitwingertwinzer dann noch reagieren kann, evtl. ein Zimmer zu buchen, oder aber in der Nähe wohnt, ist mit dabei, wenn bei jedem Wetter gemeinsam mit Eimer und Schere die Weinlese vorgenommen wird. Und nach der „harten“ Arbeit wird fleißig nach Pfälzer Art gevespert, denn das gehört auf jeden Fall dazu. Ein Schluck Kalmitwein des „alten Weinjahres“ darf dabei normalerweise nicht fehlen. Im Übrigen ist das Vesper in den Pachtkosten incl. es entstehen hierzu keine weiteren Kosten.

Wir hoffen, dass wir auch Sie als neuen Kalmitwingertwinzer begeistern konnten!?

Herzlich grüßt Sie, Ihre Vereinigung Gast & Wein
Maren Schmitt

Vereinigung Gast & Wein, Ilbesheim
z.Hd. Familie Schmitt
Arzheimer Strasse 24
D-76831 Ilbesheim
Tel. 0 63 41- 33 44 2
kalmitwingert@web.de